Die Autoren

Carl Meisl (1775-1853) – einer der “großen Drei” der Alt-Wiener Volkskomödie neben Josef Alois Gleich und Adolf Bäuerle – war gar nicht Wiener. Er wurde in Laibach geboren.

Literatur war auch damals schon keine sehr einträgliche Profession – jedenfalls hatte Carl Meisl nebenher einen “Brotjob” als Rechnungsbeamter in der Hofkriegsbuchhaltung. Oder sollte man sagen, er habe nebenbei Theaterstücke geschrieben? Ca. 170 an der Zahl waren es und noch viele Gelegenheitsdichtungen dazu. Nun, er wurde 78 Jahre alt – aber wenn man anfängt zu rechnen …

Seine Schreibgeschwindigkeit brachte ihm auch die Ehre ein, für die Wiedereröffnung des Theaters in der Josefstadt 1822 das Stück Die Weihe des Hauses liefern zu dürfen (zu dem Beethoven seine bekannte Ouvertüre beisteuerte). Eigentlich sollte Grillparzer das Eröffnungsstück schreiben, musste aber – vorgeblich aus Termingründen – absagen. Also machte Meisl das Rennen.

Meisl war mehr ein genialer Journalist als ein wirklicher Dichter. Er produzierte in allen Stilrichtungen seiner Zeit: Räuberstücke, historische Schauspiele, konventionelle Lustspiele, Lokalstücke, Possen, mythologische Karikaturen. Ganz besonders lag ihm das Satirische. Er griff gerne Ideen anderer auf und führte sie in seiner ironischen Weise weiter – doch “scherzen will ich, verletzen nie” charakterisiert er seine Parodien selbst.

 

Adolf Müller senior (1801-1886) – zu unterscheiden von seinem Operetten komponierenden Sohn gleichen Namens – war mit rund 650 Kompositionen zu Theaterstücken wohl einer der produktivsten Komponisten seiner Zeit. Der große Erfolg von Die schwarze Frau des damals 25 Jährigen hat seinen Ruf als Bühnenkomponist mitbegründet. Insbesondere in seinen frühen Werken sind deutliche Anlehnungen an Mozart, aber auch an  italienische und französische Opernkomponisten wie Boieldieu, Meyerbeer, Rossini, Donizetti und Bellini erkennbar. So streng wurde das Urheberrecht noch nicht gehandhabt – also war es durchaus üblich, Zitate aus Werken anderer Komponisten aufzugreifen. Dabei mangelte es Müller nicht an eigenen musikalischen Einfällen.

Hier http://www.operone.de/komponist/muelleras.html findet man eine Aufzählung seiner bekanntesten Werke.  Und wenn Ihnen sein Name auch nicht geläufig ist – seine Musik ist Ihnen durch seine Zusammenarbeit mit Johann Nestroy bekannt und Sie haben sicher schon Couplets von ihm gehört. Die sonstige umfangreiche Musikliteratur zu Nestroys Werken wird ja leider mangels geeigneter Sängerinnen und Sänger nicht mehr gesungen und gespielt, jedenfalls nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt.